Sicher rodeln mit Kindern: Helm tragen und richtig sitzen

Schlittenfahren im Schnee ist für Kinder ein besonderes Erlebnis. Gleichzeitig gehören Stürze und Zusammenstöße zu den häufigsten Unfallursachen im Winter. Gerade beim Rodeln werden Risiken oft unterschätzt, da es als harmloser Freizeitspaß gilt. Tatsächlich kann es dabei zu schweren Verletzungen kommen, insbesondere am Kopf.

Crashtests und Unfallanalysen des ADAC zeigen eindrücklich, wie hoch das Verletzungsrisiko beim Schlittenfahren ist. Ohne Helm wirken bei einem Aufprall sehr hohe Kräfte auf Kopf und Gehirn. Das Risiko schwerer Kopf- und Hirnverletzungen ist entsprechend hoch. Durch das Tragen eines Helms kann die Kopfbelastung um mehr als 70 Prozent reduziert werden. Die Wahrscheinlichkeit einer schweren Kopfverletzung sinkt dadurch von etwa 90 Prozent auf rund 10 Prozent.

Kinder sind besonders gefährdet, da ihr Kopf im Verhältnis zum Körper größer und schwerer ist und Schutz- sowie Abfangreaktionen noch nicht vollständig entwickelt sind. Schon Stürze bei geringer Geschwindigkeit können deshalb gravierende Folgen haben. Ein gut sitzender Helm stellt den wirksamsten Schutz dar und kann im Ernstfall lebensrettend sein. Unabhängig von Alter, Sitzposition oder Fahrsituation gilt daher eine klare Empfehlung: Beim Schlittenfahren ist ein Helm für Kinder absolut verpflichtend. Auf ihn sollte unter keinen Umständen verzichtet werden.

Neben dem Helm spielt auch die Sitzposition auf dem Schlitten eine wichtige Rolle. Untersuchungen des Kuratorium für Verkehrssicherheit in Zusammenarbeit mit der Technische Universität Graz zeigen, dass es bei einem Aufprall relevante Unterschiede im Verletzungsrisiko gibt. Sitzt ein Kind vorne auf dem Schlitten, kann es zwischen Hindernis und erwachsener Begleitperson eingeklemmt werden. Dabei drohen schwere Verletzungen an Kopf, Brustkorb und Oberschenkeln. Sitzt das Kind hinten, kann der Rücken des Erwachsenen als zusätzlicher Aufprallschutz für den Kopf wirken.

Diese Empfehlung zur Sitzposition ist jedoch nicht pauschal auf jede Situation übertragbar. Sehr kleine Kinder, die sich noch nicht sicher festhalten können, sollten nicht hinten sitzen, wenn dadurch das Risiko des Abrutschens oder Herausfallens steigt. In solchen Fällen sind angepasste Sitzlösungen oder separate, kindgerechte Schlitten sinnvoller.

Grundsätzlich gilt: Die genannten Empfehlungen zur Sitzposition basieren auf experimentellen Untersuchungen und Unfallanalysen. Sie ersetzen keine individuelle Einschätzung der jeweiligen Situation. Eltern sollten stets Alter, motorische Fähigkeiten des Kindes, Schlittenform, Streckenverlauf und Witterungsbedingungen berücksichtigen und ihre Entscheidung entsprechend anpassen. Der Helm hingegen ist unabhängig von all diesen Faktoren unverzichtbar und sollte bei jeder Fahrt selbstverständlich getragen werden.

Quellen:
ADAC: Crashtests und Unfallanalysen zum Schlittenfahren und Kopfschutz bei Winterfreizeitunfällen.
Kuratorium für Verkehrssicherheit und Technische Universität Graz: Untersuchungen zur Sitzposition und Verletzungsmechanik beim Rodeln.