Zahnunfälle

Liebe Eltern,    

Zahnunfälle nehmen in ihrer Häufigkeit weltweit zu. Bereits jedes dritte bis vierte Kind hat bis zu seinem 16. Lebensjahr einen Zahnunfall erlitten. Meist sind durch Unfall die oberen Schneidezähne betroffen.
Durch richtiges Verhalten nach Zahnunfällen können die Folgen beträchtlich gemildert werden.

Ein Zahn ist ausgeschlagen (Zahnavulsion, Avulsion)
Dies ist die schlimmste Zahnverletzung, für den Zahn besteht höchste Gefahr. Grundsätzlich können ausgeschlagene Zähne zurückgepflanzt werden und wieder normal einwachsen. Allerdings darf ein Zahn nicht mehr als 20 Minuten trocken sein!
Spülen Sie einen sichtbar verschmutzten Zahn vor dem Transport maximal 10 Sekunden lang mit Kochsalzlösung oder unter fließendem Leitungswasser.

Transport des Zahns:
Wickeln Sie den Zahn in Frischhaltefolie oder lagern Sie ihn vorübergehend in einem kleinen Behälter mit Hanks Balanced SaltLösung (HBSS), Propolis oder ORS-Lösung (Oral Rehydration Salt).
Wenn keines der oben genannten Produkte verfügbar ist, lagern Sie den Zahn in Kuhmilch (jede Art, jeder Fettanteil).
Verwenden Sie weder Leitungswasser noch Buttermilch.

Suchen Sie umgehend einen Zahnarzt oder eine Zahnklinik auf!

Grundsätze:
Die Wurzeloberfläche darf nicht austrocknen.
Der Zahn muss sofort feucht gehalten werden.
Die Wurzeloberfläche darf nicht berührt werden.
Die Wurzeloberfläche darf nicht desinfiziert werden.
  
Zahn suchen!
Zahn sofort in ein spezielles Nährmedium eingeben (Zahnrettungsboxen: z.B. SOS Zahnbox oder Dentosafe).


Falsches Lagern und falsches Behandeln führen sehr schnell zu umfangreichem Gewebstod und zu Heilungskomplikationen. Ganz schlecht sind Trockenlagern oder Aufbewahren in Wasser; innerhalb von Minuten sterben die Gewebe vollständig ab. Es ist mit schlechteren Heilungsergebnissen zu rechnen! Daher sollte der ausgeschlagene Zahn so schnell wie möglich – jede Minute zählt – in eine Zahnrettungsbox umgelagert werden.


Vorsicht: Beim Lagern unter der Zunge / in der Wangentasche besteht die Gefahr, dass der Zahn verschluckt oder gar eingeatmet wird. Dies kann lebensbedrohlich sein.


Wenn unmittelbar keine Zahnrettungsbox zur Verfügung stand und der Zahn mit einer der oben genannten Methoden gerettet wurde:
Den Zahn möglichst bald – innerhalb von 30 Minuten – in das Nährmedium der Zahnrettungsbox umlagern! Den Zahn vor Wiedereinpflanzen mindestens 30 Minuten in dem Nährmedium der Zahnrettungsbox aufbewahren!

Wissenschaftliche Untersuchungen an der Universität Gießen haben ergeben, daß die Zellen im Zahnhaltegewebe von Zähnen, die im Medium der Zahnrettungsbox gelagert wurden, in diesem Medium mindestens 24-48 Stunden bei Zimmertemperatur überleben. Trotzdem soll sofort ein Zahnarzt aufgesucht werden, wenn ein Zahn ausgeschlagen ist. Die Zahnrettungsbox eignet sich auch, um abgeschlagene Zahnbruchstücke zum Zahnarzt zu transportieren. Dieser kann sie mit Spezialkunststoff wieder ankleben. Die Bruchstücke müssen aber feucht gehalten werden.

Die Zahnrettungsbox enthält ein spezielles Zellnährmedium, wie es ähnlich auch beim Organtransport eingesetzt wird. Ein besonderer Zusatz ermöglicht eine Haltbarkeitsdauer von 3 Jahren bei Zimmertemperatur. Die Zahnrettungsboxen SOS Zahnbox und Dentosafe sind in Deutschland in Apotheken sowie in Österreich und der Schweiz erhältlich (ca. 25 Euro).