Erste Hilfe bei akuten Vergiftungen/Intoxikationen

  • Vergiftung (Intoxikation)

Die häufigsten Vergiftungen im Kindesalter geschehen in der häuslichen Umgebung. Hauptsächlich kommt es zu der Einnahme von Haushaltsprodukten (Reiniger), Medikamenten und Pflanzen. Auch wenn die überwiegende Zahl der Vergiftungen im Kindesalter keine bleibenden Schäden verursacht, ist eine umgehende Beratung durch den Giftnotruf zwingend erforderlich.  Die Giftnotruf-Zentralen beraten Dich 24/7 bei akuten und chronischen Vergiftungen durch Medikamente, Pflanzen, Drogen, Tiere, Pilze, Haushaltsmittel oder Chemikalien. Der Anruf bei der Giftnotruf-Zentrale ist kostenlos. Bei lebensbedrohlichen Symptomen wie Atemnot, Bewusstlosigkeit oder Krampfanfall solltest Du direkt die Notrufnummer 112 wählen.

Erste Hilfe Maßnahmen bei Vergiftungen
  • Kontaktiere den Giftnotruf – hier bekommst du sofort eine ärztliche Beratung
  • Gib Deinem Kind Wasser oder Tee in kleinen Schlucken zu trinken.
  • Milch sollte nicht verabreicht werden, da in vielen Fällen die Giftaufnahme durch Milch im Darm beschleunigt wird.
  • Bei Säure- oder Laugenvergiftungen sollte so schnell wie möglich klare Flüssigkeit getrunken werden.
  • Auf keinen Fall solltest Du bei Deinem Kind Erbrechen auslösen.
  • Verabreiche Deinem Kind auf keinem Fall Salzwasser, um Erbrechen auszulösen. Damit bringst Du Dein Kind in Lebensgefahr!

Medizinische Kohle ist ein Antidot für viele Vergiftungen. Durch den schwammartigen Aufbau der Kohlepartikel liegt die Oberfläche von medizinischer Kohle bei 2000m2/g. So entspricht die Oberfläche von 10 g medizinischer Kohle der Fläche von 16 olympischen Schwimmbecken. Die Giftstoffe werden von der Kohle gebunden und dann über den Darm ausgeschieden. Medizinische Kohle sollte nur durch medizinisches Personal verabreicht werden.

Giftnotruf Bonn (Tel. 0228-19240)

Der Giftnotruf Bonn ist im Eltern-Kind-Zentrum am Universitätsklinikum Bonn untergebracht. Pro Jahr werden über 35.000 Anfragen zu akuten oder chronischen Vergiftungen beraten. Speziell ausgebildete Ärzte beraten Dich dort rund um die Uhr.

Aufgrund der mitgeteilten Informationen wird entschieden,

  • ob es sich um die harmlose Einnahme nichttoxischer Substanzen handelt
  • ob eine unverzügliche Magenentleerung oder Giftbindung an medizinische Kohle erforderlich ist,
  • ob eine klinische Beobachtung oder Behandlung durch einen Arzt erforderlich ist
  • ob es sinnvoll ist, den Notarzt zu alarmieren

Kontaktieren Sie immer die  Informationszentrale gegen Vergiftungen  /  Giftzentrale Bonn

Hier wird Ihnen rund um die Uhr geholfen! Der Anruf ist für Sie kostenfrei!

Tel.: 0228-19240


 Erstmaßnahmen bei Einatmung

Für frische Luft sorgen, Vorsicht bei geschlossenen Räumen, Silos und Gruben. Betroffene Person warm zudecken, ruhig halten.


Erstmaßnahmen bei Augenkontakt

Besonders bei Verätzungen durch Säuren, Laugen und Kalk: Augen sofort mindestens 10 Minuten unter fließendem Wasser spülen. Augenlider dabei gut offen halten. Wasserfluß direkt auf das Auge richten, um noch vorhandene Säure- bzw. Laugenreste so schnell wie möglich zu verdünnen und auszuspülen.


Erstmaßnahmen bei Hautkontakt:

Benetzte Kleider sofort entfernen und betroffene Hautpartien ausgiebig unter fließendem Wasser spülen.


Erste Hilfe bei Bewußtlosigkeit
  • Bewußtlose in stabile Seitenlage bringen, Kopf nach unten gewendet.
  • Keine Flüssigkeiten einflößen.
  • Keinen Brechversuch unternehmen.
  • Unverzüglich den Notarzt rufen!

Kontaktieren Sie immer die  Informationszentrale gegen Vergiftungen  /  Giftzentrale Bonn

Hier wird Ihnen rund um die Uhr geholfen! Der Anruf ist für Sie kostenfrei!

Tel.: 0228-19240

Kostenfreie App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“

Die App vermittelt Kenntnisse, um Babys und Kleinkinder vor Vergiftungen zu schützen. Zudem enthält sie Empfehlungen zur Unfallvermeidung, zum Beispiel durch kindersichere Aufbewahrung von Medikamenten, Haushaltschemikalien und anderen Produkten. „Vergiftungsunfälle bei Kindern“ kann den Notruf 112 zwar nicht ersetzen, doch gibt die App Hinweise, die im Notfall Leben retten können. Auch ein Anruf bei einem der acht deutschen Giftinformationszentren ist direkt aus der App möglich. Vergiftungsunfälle müssen in jedem Fall fachgerecht versorgt werden.

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