Wiederbelebung/Reanimation Kind

Wenn ein Kind bewusstlos ist, dann kann schnelle Hilfe durch Sie lebensrettend sein. Bis der Notarzt vor Ort ist, können nur Sie Ihrem Kind helfen. Haben Sie keine Angst davor etwas Falsches zu tun! Handeln Sie!
Bei Kindern ist häufig eine behinderte Atmung Ursache für die Bewusstlosigkeit. Deshalb stehen die Chancen für eine erfolgreiche Wiederbelebung (Reanimation) umso höher, je rascher Sie mit der Atemspende zur Wiederbelebung beginnen.

Überprüfung der Bewusstseinslage
Je nach Alter sprechen oder fassen Sie Ihr Kind an. Achtung: Schütteln Sie niemals Ihr Kind! Es kann zu gefährlichen Verletzungen kommen! Sollte eine Reaktion ausbleiben, versuchen Sie durch lautes Rufen Hilfe herbeizuholen. Wenn Sie alleine sind, erfolgt die Alarmierung des Rettungsdienstes erst nach einer Reanimationsdauer von 1 Minute (s.u.).

Überprüfung der Atmung
Legen Sie Ihr Kind auf den Rücken, wählen Sie eine harte Unterlage. Den Kopf des Kindes vorsichtig nach hinten strecken (nicht zu weit, da sich ansonsten die Atemwege verengen), das Kinn mit zwei Fingern festhalten.

Bei so geöffneten Atemwegen halten Sie Ihr Ohr über Mund und Nase des Kindes, wobei der Blick auf Bauch und Brust gerichtet ist, so dass evtl. vorhandene Atembewegungen erkannt werden. Gleichzeitig wird versucht Atemgeräusche zu hören bzw. die Ausatemluft an der Wange zu spüren. Dieser Vorgang sollte nicht länger als 10 Sekunden dauern! Wenn Sie keine Atmung feststellen können, beginnen Sie mit der Beatmung!

Beatmung
Atmen Sie normal ein. Umschließen Sie mit Ihrem Mund den Mund Ihres Kindes. Die Nase des Kindes wird mit Daumen und Zeigefinger der auf der Stirn liegenden Hand verschlossen. Beobachten Sie bei der Beatmung den Brustkorb Ihres Kindes. Der Brustkorb muss sich heben! Fangen Sie mit fünf Beatmungen an. Wenn Sie nach den 5 Beatmungen keine Lebenszeichen (Husten, Abwehr) müssen Sie sofort mit der Herzdruckmassage beginnen.

Herzdruckmassage (Thoraxkompression)
Bei Säuglingen wird diese durch leichten Druck (2-3 cm Tiefe) auf das Brustbein mit zwei Fingern gemacht, beim älteren Kind durch Druck des Handballens auf das untere Brustbein. Drücken Sie 30 Mal mit einer Frequenz von 120/min. Das sind zwei Kompressionen pro Sekunde. Seien Sie nicht ängstlich und haben Sie keine Angst vor Verletzungen! Nach 30 Kompressionen erfolgen zwei Beatmungen. Versuchen Sie bei dem Wechsel zwischen Beatmung und Herzdruckmassage so wenig Zeit wie möglich zu verlieren. Wenn Sie zu zweit sind, übernimmt einer die Beatmung und einer die Herzdruckmassage.

Alarmierung des Rettungsdienstes (Tel.: 112)
Der Rettungsdienst sollte so früh wie möglich alarmiert werden. Wenn Sie alleine sind, erfolgt die Alarmierung des Rettungsdienstes erst nach einer Reanimationsdauer von einer Minute. Um eine kontinuierliche Reanimation zu erreichen, ist es grundsätzlich möglich einen Säugling oder ein Kleinkind auf den Arm zu legen und unter Fortführung der Reanimation Hilfe zu holen.